• Ralph Larouette

INNEN ROSA MUSS ES SEIN!

Nämlich das Roastbeef, und das ist so einfach hinzukriegen: Das halbe Roastbeef auf den Fotos kam aus Argentinien, es hatte also schon eine Schiffsreise hinter sich und es war dadurch vorgereift. Bei mir lag es dann noch 'ne Woche im Kühlschrank (in seinem Vaccupack), und das reicht jetzt, sagte ich mir... ich schaute ja schon tagelang auf dem Prachtstück herum und verliebte mich immer mehr. Ich gab mir einen Ruck, schnitt die Folie auf und holte das Fleisch zärtlich heraus. Es war so schön wie ich es mir vorgestellt hatte. Auch jetzt, wo es nackt vor mir lag auf dem Brett. Ich hatte es gut ausgesucht, es sollte ja eigentlich für Weihnachten sein! Ich trocknete es ab und ließ es langsam Zimmertemperatur annehmen. Das ist wichtig! Der Ofen hatte jetzt 90° erreicht, genau richtig. Jetzt war auch die große Pfanne heiß und ich legte das große Teil da hinein, mit der Fettseite unten und deswegen ohne Öl, das Fett des Fleisches reichte. Das machte ich so mit allen Seiten, es bruzzelte, zischte und spritzte dass es nur so seine Art hatte! Dabei salzte ich auch noch alle Seiten, ich rieb sie mit meinen Gewürzen ein, mit denen aus der korsischen Wildnis, und es entstand rundherum eine wunderbare Kruste mit betörendem Geruch. Aber jetzt ab in den warmen Ofen sonst beiße ich noch rein vor lauter Gier! 90° zeigte er noch an, und die leichte Umluft summte ihr Lied. Und das Warten begann. 180 ewige, nicht enden wollende Minuten, das sind zwei-ein-halb Stunden. Was macht man da? Gegen Ende fiel mir ein: noch etwas Zwiebelchen und Knoblauch unter den Braten schieben! Und Salat waschen, natürlich! Ist zwar nicht so spannend wie Roastbeef anbraten, und mir fiele auch was Anderes ein, aber das geht halt nicht immer... Jetzt den Salat schleudern: Beobachtet euch mal beim Salatschleudern, man macht dabei immer ein blödes Gesicht und wackelt mit dem Kopf... Jetzt die Vinaigrette: Hängt vom Salat ab, bei mir war es wunderbarer junger Spinat aus Italien den ich mit Rucola, ebendaher, mischte. Ich machte die Vinaigrette ganz klassisch mit Löwensenf, gutem Olivenöl und dem kroatischen Essig. Und ein Schuss Sherry-Essig aus Jerez. Und ein klein wenig junger Knoblauch, fein gehackt und zerdrückt. Das war perfekt für die zarten jungen Pflänzchen. Jetzt setzte ich mich wieder vor den Ofen und guckte zu wie das Fleisch garte.

ES IST SOWEIT!

Die zwei-ein-halb Stunden sind um, Ofentür auf, zwei Minuten warten damit sich der Braten an das Licht gewöhnt. Die große Pfanne vorsichtig herausheben, auf den Herd stellen. Den Ofen ausschalten, Klappe auflassen weil so schön warm... Zehn Minuten warten, dabei den Salat anmachen. Die Teller auf den Tisch, Besteck, Servietten (noch die vom 3 Tageszeiten), Gläser für den Wein, natürlich aus Argentinien zu diesem argentinischem Roastbeef! Es schmeckte wahnsinnig gut. Dann gab es Altländer Apfelkompott, und dazu tranken wir, natürlich, den guten Twielenflether Grauherbst vom Weingut Knut und Nele Brackelmann, ha ha ha.

Was für ein Abend!

Später redeten wir nur noch Plattdeutsch, ich weiß leider nicht mehr was, ich kann kein Platt.




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