• Ralph Larouette

DENKE DRAN!

SCHAFF VORRAT AN! Hieß es in den fünfziger Jahren auf einmal von der Regierung. Weil sie sich Sorgen machte um uns, wie heute... Und deswegen gründete sie eine Behörde, eine behördliche Speisekammer sozusagen, die EVSt (Einfuhr und Vorratsstelle). (So eine Behörde gegen Corona, das wär doch was...) Also, diese EVSt lagerte u.A. in Dosen eingemachtes Schweinefleisch, und das musste ja wegen MHD ab und zu verkauft werden. Wollte aber niemand haben, da nach Original-Wehrmachts-Rezept hergestellt. Schmeckte auch so und sah auch so aus. Ich erinnere mich noch: 70% Fett, stand auch auf der Büchse, und es war unsagbar billig. Weniger als eine Mark kostete eine Standartdose, auch Nato-Schmalz genannt... Was aber blieb ist der Eichhörnchen-Gedanke, auch bei mir. Und deswegen kam es z.B. gestern wieder zu einer Küchenschlacht: 3 Ki-lo-gramm Hackfleisch wurden von mir zu schätzungsweise einem halben Hundert Frikadellen nach Hausfrauenart (meiner Mutter) verknetet, mit dementsprechenden Mengen verschiedener Brotsorten, auch Vollkorn, Eiern, Zwiebeln, Salz und Pfeffer, Gewürzen usw. (siehe Zutaten). Dann: Öl in eine große Pfanne, heiß werden lassen, und hinein, immer sieben Stück. Das bruzzelt und zischt! Und duftet!! Wenden, wenn auf der einen Seite knusprig, und dann die nächste Fuhre hinein. Und dann, und dann, bis zur Erschöpfung! Die Frikadellen kamen dann auf den kalten Balkon, gut abgedeckt wegen der Raben und Möwen. Und noch heute fülle ich damit den Froster, der freut sich schon. Und damit habe ich für das nächste halbe Jahr immer etwas in petto: Plötzlicher Hunger oder Besuch kommt: Ofen an auf 150° und in den noch kalten Ofen hinein, auf einer Pfanne. Kein halbes Stündlein, und die Fleischpflanzen sind durch und durch heiß, sogar wieder knusprig. Und jetzt, ganz wichtig,

die Zutaten und die Reihenfolge:

Hackfleisch vom Rind und Zwiebelmett

Trockenes Brot, Vollkornbrot, vom Volumen so viel wie das Fleisch!

Rindersuppenpaste (von Langbein oder Wela), in heißem Wasser auflösen und darin das Brot ein paar Stunden einweichen

große Zwiebeln, gewürfelt, dazu, und

Knoblauch, kleingehackt, und die Gewürze:

Pfeffer,

Meersalz,

Majoran,

Thymian,

Liebstöckel,

Bohnenkraut,

Rosmarin. Das alles mit der Zwiebelmasse vermengen und zum Fleisch geben.

Ich gab jetzt noch etwas von den Kräutern obendrauf, etwas

Chilipulver für die Schärfe und die

Eier für die Klebe. Jetzt: Kneten, Kneten, Kneten, Kneten.

Denkt dabei einfach an was Schönes...

Jetzt die Frikadellen formen und bereitstellen für die Pfanne. Mohltiet!







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