• Ralph Larouette

ICH MÖCHTE NUR NE KLEINIGKEIT...

Aktualisiert: 8. Okt. 2020

Wie oft hört das der Kellner im Sommer! Und wenn es sich am Tisch um ein Paar handelt, fühlt ER (der Kavalier) sich dann häufig befleissigt, wenigstens für sich um so üppiger zu bestellen... Was ist das aber auch peinlich: Du sitzt am Tisch, die tolle Speisekarte aufgeschlagen auf demselben, und dann tönt die Hübsche neben Dir, mit halblautem, mattem Stimmchen: Ich möchte nur ne Kleinigkeit. Und klappt dabei die große Speisekarte wieder zu. Was jetzt noch fehlt wäre der Satz: Und überhaupt, ich esse abends am liebsten überhaupt nichts... Wie das noch ausgeht? Der Bund fürs Leben?

Aber zu Hause, da können wir uns das erlauben, ohne diese Blicke des Kellners ertragen zu müssen. Gute Kellner erahnen schon bei Erscheinen der Gäste das beschriebene Szenario, lassen es sich aber nicht anmerken. Aber bei Abgabe des Bons an die Küche kann man dann einen deftigen Kommentar hören, umgehend beantwortet von einem noch viel deftigeren des Kochs. Der auch sogleich den Kellner dafür verantwortlich macht. Und schon ist die Stimmung wieder so wie sie oft ist in Restaurants, ohne dass der Gast das merkt. Aber zu Hause, da essen wir gerne und ungeniert solche Kleinigkeiten: Auf dem ersten Foto das Lunch, etwas vom gegrillten Lachs vom Montag, das eine Filet war noch übrig. Mit den Tomätchen und frischen Kräutern und meinem Dressing, ein Gedicht zur Mittagsstunde. Dann machte ich, ohne Völlegefühl, eine dreistündige (!) Wanderung kreuz und quer durch Hamburg. Wirklich sehr zu empfehlen, zu Fuß sieht ja alles ganz anders aus als aus dem Auto!

So langsam näherte ich mich dem Daheim, meine Blicke schweiften über die Alster im Abendlicht (schön beschrieben, oder) und mir fiel ein: Was gibt's zu essen? Der automatische Gedanke eines ehemaligen Wirtes... Was ist noch da, und wo, usw. Die Antwort: 7 dicke Eier von den Vogelfängerkaten. Und Rucolasalat. Also Spiegeleier? Nein, lieber Eiersalat, kann man besser auf dem Rucola anrichten. Jetzt Eier 10 Minuten kochen, abschrecken, pellen, zerbröseln. Aus Mayo, Essig, Öl, saurer Sahne, Löwensenf und ein paar Spritzer Wuuustersauce ein schönes Sößchen rühren, Salz und Pfeffer nicht wieder vergessen, Petersilie, Dill und Estragonblätter hacken, alles in ein Schüsselschen und darin liebevoll vermengen. Den Rucola (aus der Metro, die haben den besten) waschen, trockenschütteln, auf die Teller legen, die Eier hübsch obendrauf, der Rest von dem Sößche über alles verteilen, und: ich habe nebenher noch Speckwürfelchen gebraten, das war wunderbar. Und so haben wir sie dann gegessen, die Kleinigkeit. Und waren proppesatt!

Einkauf:

Gute Eier

Rucolasalat

Mayonnaise

Essig und Öl

Kräuter nach Geschmack

Katenspeck

Tomätchen




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