• Ralph Larouette

GRILLSOMMER!

Richtig, wir haben einen richtigen Grillsommer, bis jetzt... Wenn das so weiter geht, freuen wir uns spätestens im August darauf, den Grill in seiner Ecke stehen zu lassen und den Backofen wieder an zu machen. Wenn's dann abends kühl wird draußen, ein bisschen neblig, und im Ofen schmort ein Braten mit herrlich duftender Sauce - ich freu' mich jetzt schon auf diese Zeit. Dann kann ich wieder schreiben: "Es herbschtelt!"

Schluss damit, wir genießen jetzt zuerst einmal den schönen Sommer! Und grillen!

Ich hielt eine kleine Kalbshüfte in meinen Händen. Das ist immer ein ganz schöner Brocken kompaktes Fleisch. Als Ganzes grillen geht nicht, Hüfte vom Kalb ist zum Kurzbraten geeignet, ideal z.B. für Schnitzel, Saltimbocca alla romana und ähnliches. Und da fiel mir ein: Spießchen, mit Speck, Paprika, Zwiebeln - also Schaschlik auf die edle Art, halt Kalbfleisch. Ich nenne so einen Spieß deshalb "Brochette", für's Restaurant weniger geeignet, weil: Wie esse ich das? Da gibt es Richtlinien, wirklich!: "Am dicken Ende mit der linken Hand anheben, die Gabel in der rechten Hand und mit derselben die Stücke vom Spieß herunter schieben, und zwar einzeln, nicht alle auf einmal, denn das geht schief! Und ganz verboten ist es, den Spieß links und rechts mit beiden Händen fest zu halten und ihn dann seitwärts abzuknabbern. Uuunmöglich wäre das!!! Wenigstens in Frankreich, mit einem Brochette! Bei uns ist das natürlich anders, das Schaschlik ess' ich wie ich will, nur den Spieß lass ich liegen...

Und jetzt: Zuerst habe ich das Fleisch in Würfel geschnitten. dann den Speck in Scheibchen, die Paprikaschote in dazu passende Stücke und die 2 Zwiebeln so, dass ich viele halbrunde Schalen hatte. Und nun: Ein Fleischwürfel, eine Speckscheibe, ein Zwiebelsegment, ein Paprkastück. Und noch einmal: Ein Fleischwürfel, eine Speckscheibe, ein Zwiebelsegment, ein Paprkastück. Sie ahnen es, so geht es weiter bis alles all ist. Das schöne beim Kochen: Man kann mal so richtig nachdenken über alles... Die Brochette sind jetzt alle fertig vorbereitet für de Grill. Jetzt bestreue ich sie mit den Gewürzen aus der korsischen Wildnis und ich reibe sie mit meinem eigenen Knoblauchöl ein. Sie werden jetzt von mir persönlich auf den heißen Grill gelegt, akkurat nebeneinander wie in der Légion Étrangère. Und auf Kommando habe ich sie ein paar mal umgedreht. Gesalzen und gepfeffert hab ich sie natürlich auch noch. Und geschmeckt? Wem sag ich's... sensationell, so französisch... Mit Tomatensalat und gutem Olivenöl und Bauernbrot, sonst nix.


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